UNSER SELBSTVERSTÄNDNIS

Wer sind wir?

Wir, das ist ein heterogener Zusammenschluss menschenrechtsorientierter, zivilgesellschaftlich engagierter, politisch aktiver Menschen, welche sich ehrenamtlich für eine gesellschaftliche Veränderung einsetzen wollen. Schon in den vergangenen Jahren haben wir eine Vielzahl an Aktionen unternommen. Somit greifen wir auf ein Repertoire an Erfahrungen zurück, die wir beim Planen und Durchführen von Lesungen, Vortragsreihen, Workshops und Konzerten gesammelt haben. Auch an der Umsetzung des Konzertstops in Plauen, im Rahmen des Projektes „Wann wenn nicht jetzt?“, welches 2019 stattfand, waren wir maßgeblich beteiligt.

Situation:

Das Vogtland ist der Ort, wo wir wohnen und leben und in dem wir uns in unterschiedlichsten Projekten, Vereinen und Initiativen engagieren. Das Vogtland und speziell Plauen ist aber auch ein Ort, an dem sich rechte und rechtsextreme Verfassungsfeinde niedergelassen haben und ihre menschenfeindliche Gesinnung in die Gesellschaft tragen. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der rechtsextremistischen Kleinstpartei „der III. Weg“, die es mit ihren Räumen im Vogtland geschafft hat, die Selbstinszenierung als „Kümmerer von Nebenan“ (vgl. Sächsischer Verfassungsschutzbericht 2020, S. 34) so sehr in die Gesellschaft zu transportieren, dass sie von den hier lebenden Menschen in den Stadtrat der Stadt Plauen und in den Kreistag des Vogtlandkreises gewählt wurde. Im Zuge der Corona-Pandemie vereinnahmten ebendiese Rechtsextremisten die Proteste gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie zu ihren Zwecken. Sie wirken stärker denn je in die Mitte der Gesellschaft und das leider nicht ganz erfolglos. Wir sind uns als Förderverein für Jugendkultur im Vogtland e.V. einig, dass wir diesen Bestrebungen etwas Konkretes entgegensetzen wollen. Wir wollen uns darauf konzentrieren, Kulturangebote für junge Menschen, die es in unserer Region sowieso in nicht ausreichender Anzahl und Vielfalt gibt, mit Bildungsangeboten zu verknüpfen, um dadurch Erstens die Attraktivität der Region für junge Menschen zu steigern und Zweitens, um die jungen Menschen, die wir erreichen können, von extremistischen und menschenverachtenden Ideologien fernzuhalten und darüber aufzuklären. Bei den Bildungsangeboten sind unsere Hauptanliegen Demokratie und Mitbestimmung und der Einsatz für eine vielfältige Gesellschaft.  Wir priorisieren hierbei zum einen, menschenrechtsorientierten Jugendlichen Anknüpfungspunkte zu bieten, die der Vernetzung, politischen Bildung und Schaffung von bedarfsorientierten Angeboten dienen. Weiterhin sollen junge Menschen, die aufgrund ihres sozialen Status von Diskriminierung betroffen sind, sei es aufgrund von Armut, Betroffenheit von Rassismus oder in Form einer Kumulierung im Sinne des intersektionalen Ansatzes (vgl. https://www.vielfalt-mediathek.de/intersektionalitaet) angesprochen werden. Ziel hierbei ist es, die Themen aus den Lebenswelten der Zielgruppe junger Menschen sichtbar zu machen, zu thematisieren. Angesprochen werden soll hierbei aber eine breite Öffentlichkeit. Lokale Netzwerke sollen sich etablieren und vorhandene gestärkt werden, um die Handlungsfähigkeit gegenüber demokratiefeindlichen Bestrebungen zu erhöhen.

Das ist der Grund, warum wir eine Konzertveranstaltung planen, die nach zwei Jahren Pandemiegeschehen zunächst ein Unterhaltungsangebot darstellt. Junge Menschen sind eine von den Folgen der Maßnahmen zur Pandemieeindämmung am Stärksten betroffene Gruppe in der Gesellschaft (https://www.uke.de/kliniken-institute/kliniken/kinder-und-jugendpsychiatrie-psychotherapie-und-psychosomatik/forschung/arbeitsgruppen/child-public-health/forschung/copsy-studie.html). So erscheint uns ein niedrigschwelliges Angebot, das Spaß und geselliges Zusammensein in einem sicheren Rahmen verspricht, ein adäquates Angebot. Um Inhalte zur politischen Bildung zu vermitteln, planen wir ein abwechslungsreiches Programm, bestehend aus Auftritten von Künstler*innen aus diversen Genres, einer Podiumsdiskussion, Vorträgen, Vorstellung lokaler Initiativen und Anlaufstellen. Mit dieser Zusammenstellung wollen wir erreichen, dass alle Besucher*innen der Veranstaltung die inhaltlichen Angebote sozusagen nebenbei wahrnehmen können und Anregungen mitnehmen, ohne ausschließlich theoretische Angebote zu machen, die von einer geringeren Zahl an Menschen frequentiert werden, die ohnehin politisch interessiert sind. Das hat sich aus den verschiedenen Erfahrungen mit der Umsetzung von Vortragsreihen entwickelt und soll vor allem klassistische Strukturen abbauen und dort ansetzen, wo Aufklärung und politische Bildung oft keine Zugänge findet.

Eine solche Veranstaltung ist „das Vestival“, welches bereits im vergangenen Jahr am 3.9.2021 zum ersten mal stattfand. Der Auftakt ist uns gut gelungen und wurde gut angenommen. Die Gruppenkonstellation hat sich seitdem verändert und die Gruppe befindet sich in einem fortlaufenden Reflexionsprozess. So wurde für die aktuelle Veranstaltung beispielsweise festgelegt, dass mindestens die Hälfte der Künstler*innen, sowie auch der Teilnehmenden am Podium FLINTA* oder POC sein sollen, um die Sichtweisen und Präsenz dieser Gruppen gezielt in den Fokus zu holen. Auch in diesem Jahr wollen wir „das Vestival“ umsetzen und erneut durch eine Festival-Atmosphäre und mit überregionalen bekannten musikalischen Angeboten eine große Anzahl an jungen Menschen im Vogtland ansprechen. Wie bereits im vergangenen Jahr werden wir verschiedensten regionalen Vereinen und zivilgesellschaftlichen Initiativen die Möglichkeit geben, sich bei diesem Festival den Besucherinnen vorzustellen und Infomaterial zu verteilen. Neu kommt in diesem Jahr hinzu, dass wir auf einer zweiten Bühne Vorträge stattfinden lassen, die sich mit den oben genannten Themen beschäftigen. Ebenfalls werden wir eine Diskussionsrunde mit lokalen Akteuren des demokratischen Spektrums durchführen, dass sich aufgrund der oben genannten Ausgangslage hier im Vogtland um Demokratie, junge Menschen, die aktuelle Situation im Ländlichen Raum und Rechtsextremismus drehen wird.

Nachhaltigkeit:

Um in Bezug auf der Auswahl der gesetzten politischen Inhalte, auch für weitere Angebote die wir schaffen wollen, unabhängig zu sein, haben wir als Gruppe beschlossen, einen Verein zu gründen. Damit heben wir unser gemeinsames Wirken auf eine neue Ebene der Strukturierung. Unser langfristiges Ziel ist die Umsetzung weiterer Ideen: die Ausrichtung von Bildungsfahrten, Workshops, Vorträgen, Lesungen und Konzerten. Hierbei möchten wir ein Zusammenwirken mit Jugendlichen anstreben, um die Angebote an deren Interessen und Wirklichkeiten anzupassen. Wichtig ist uns dabei die Vermittlung kritisch-reflektierender Meinungsbildung bei jungen Menschen und Erwachsenen in Bezug auf verschiedene Themen:

  • Ökologie und Klimawandel
  • Erinnerungskultur in Bezug auf den historischen Nationalsozialismus
  • Rassismus
  • Klassismus
  • Frauenfeindlichkeit und Gender-Diversity
  • Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit
  • Digitale Autonomie
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